5G – Fluch oder Segen?

5G Fluch oder Segen

5G ist in aller Munde. Der neue Standard der fünften Mobilfunkgeneration verspricht Antwortzeiten unter einer Millisekunde und Bandbreiten bis zu 10.000 Mbit/s (das wäre also eine 100x höhere Datenrate als bei LTE, der vierten Generation). Der Standard sollte 100 Mrd. Geräte gleichzeitig abdecken können. Die Technik verspricht eine 1000-fach höhere Kapazität bei geringerem Stromverbrauch.

Wozu das Ganze?

Damit wir Filme in einer Sekunde downloaden oder Geräte wie Waschmaschine, Kühlschrank, Zahnbürste, Rasenmäher, Datenbrille, etc. vernetzen können. Das meines Erachtens einzig sinnvolle Einsatzgebiet ist derzeit das autonome Fahren. Der Rest dient wohl dazu, den Menschen noch gläserner zu machen.

Sieht man sich die Investitionen von rund 188 Millionen Euro (A1 Telekom mit 64.345.972,- Euro, Hutchison Drei mit 51.910.054,- Euro, T-Mobile mit 56.903.001,- Euro, MAAS Response mit 1.845.000,- Euro, Liwest mit 5.328.000,- Euro, Salzburg AG mit 4.359.449,- Euro und Holding Graz mit 2.998.100,- Euro) an, dürfte hier ein großes Interesse in den zum Teil geheimen Versteigerungen der Frequenzbänder gewesen sein.

Wie sieht es mit Sicherheit und Datenschutz aus?

5G stellt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung an Ingenieure. Durch die versprochenen geringen Latenzzeiten bleibt wenig Spielraum für Sicherheitslösungen, um Datenpakete entsprechend zu analysieren, denn das kostet nun mal Zeit. Außerdem setzt 5G auf viele noch junge Technologiebausteine wie Software Defined Networking (SDN) und Network Function Virtualization (NFV), die ihrerseits viele Angriffsmöglichkeiten bieten.

5G wird die Möglichkeit bieten, viele Geräte und Anwendungen miteinander zu vernetzen und direkt mit dem Internet zu verbinden. IoT genießt den Ruf, bei der Behebung von Schwachstellen nicht immer vorne dabei zu sein. Dies bietet für Cyberkriminelle die Möglichkeit, Daten einfach auszuspähen. Wenn man sich mit der Suchmaschine Shodan beschäftigt, dann erlebt man sofort die Power vom Internet der (unsicheren) Dinge. Infolgedessen werden die Hersteller smarter Geräte noch bessere Rückschlüsse auf unser Verhalten ziehen können.

Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass durch die Vernetzung von 5G, Maßnahmen zum Schutz der Unternehmensnetzwerke wie Firewalls, Web-Filter, Intrusion-Detection/Prevention, Zugangskontrolle, Endpoint-Protection, etc. schlicht umgangen werden. Bleibt also fraglich, wie stark das suggerierte Interesse an der Einführung von 5G für Produktionsbetriebe wirklich ist.

Gesundheitliche Risiken?

Zu guter Letzt sollten die gesundheitlichen Risiken nicht außer Acht gelassen werden. 5G wird nämlich die bestehenden Standards nicht ablösen, sondern als zusätzlicher hinzukommen, was die Strahlenbelastung entscheidend erhöhen wird. Man mag darüber denken und diskutieren, wie man will. Fakt ist, dass eine Vereinigung von 180 Ärzten und Wissenschaftlern die Überprüfung der Technologie sowie neue sichere Grenzwerte fordert.

Die 5G Technik funktioniert nur über kurze Entfernung, somit wird die Anzahl an Antennen vor allem im Stadtbereich stark steigen. Wie sich dies genau auswirken wird kann nicht gesagt werden, da eben entsprechende Studien fehlen. Dass hochfrequente elektromagnetische Felder erhöhtes Krebsrisiko, Zellstress, eine Zunahme schädlicher freier Radikale, Genschäden, strukturelle und funktionelle Veränderungen im Fortpflanzungssystem, Lern- und Gedächtnisdefizite, neurologische Störungen sowie negative Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden bei Menschen auslösen, ist bereits durch mehrere Studien wie die des US-amerikanischen National Toxicology Program (NTP) belegt.

Somit wird die Einführung des 5G Standards wohl eines der größten Experimente an der Menschheit sein.

Herzlichst,
Ihr Michael KARL
IT Consultant
Michael KARL